Spanien: Heiße Zeiten auf der Iberischen Halbinsel
6. Januar 2012
Von der neu gewählten Regierung in Madrid wird schnelles Handeln erwartet. Denn es gilt das Vertrauen in den spanischen Markt zu erhalten und einer Rezession entgegenzuwirken. Nach einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um lediglich 0,7 Prozent im vergangenen Jahr wird der Zuwachs 2012 auf nur noch 0,2 Prozent geschätzt. Auch das kürzlich nach oben korrigierte Haushaltsdefizit trägt nicht zur Entspannung bei.
Prognose der Atradius Experten
Die Atradius Risikoexperten machen die weitere wirtschaftliche Entwicklung entscheidend von den Reformen der neuen Regierung und den Maßnahmen der EU gegen die Schuldenkrise abhängig. Die größten Herausforderungen in Spanien sind die hohe Staatsverschuldung, der schwache Finanzsektor und die hohe Arbeitslosenquote.
Einzelhandel und Bau bleiben in der Krise
Die Exporte werden auch 2012 positiv zum spanischen Bruttoinlandsprodukt beitragen, wenn auch auf geringerem Niveau als in den Vorjahren. Die Inlandsnachfrage hingegen bleibt weiterhin schwach, was sich besonders auf jene Branchen negativ auswirken wird, die stark vom privaten Konsum abhängig sind. Dazu zählen z. B. der Einzelhandel, das Baugewerbe und, davon beeinflusst, die Stahlindustrie. Die geplanten Steuererhöhungen könnten diesen Trend verstärken. Die exportierenden Branchen, wie z. B. der Maschinenbau, die Lebensmittelbranche und die Chemiebranche, können die schwache Inlandsnachfrage durch zusätzliche Ausfuhren besser abfangen - unter der Voraussetzung, dass die Auslandsnachfrage stabil bleibt.
Weiterhin schwieriges Zahlungsverhalten
Die Zahlungsmoral der spanischen Unternehmen leidet unter der restriktiven Kreditvergabe der Banken. So reagieren die spanischen Abnehmerfirmen auf Liquiditätsengpässe mit der späteren Bezahlung von Rechnungen. Spanien gehört hinter Griechenland derzeit zu den schlechtesten Zahlern in Europa, so das Ergebnis des Atradius Zahlungsmoralbarometers. Die Zahl der Firmeninsolvenzen nimmt seit 2008 stetig zu und ist in den ersten drei Quartalen 2011 noch einmal um 13,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Atradius unterstützt seine Kunden weiterhin mit Forderungsausfallschutz für Lieferungen nach Spanien. Crédito y Caución (CyC), der spanische Arm der Gruppe, ist der führende Kreditversicherer in Spanien und nimmt seit mehr als 80 Jahren Bewertungen des Zahlungsverhaltens und der Kreditwürdigkeit von Unternehmen vor.
Eine ausführliche Einschätzung zu Spanien lesen Sie im aktuellen Country Report in englischer Sprache.
Kontakt
Andrea Neumann
Pressesprecherin
Telefon: 0221 2044-1145
Fax: 0221 2044-601145 oder E-Mail
Esther Blömer
Telefon: 0221 2044-1992
Fax: 0221 2044-601992 oder E-Mail
Atradius Newsletter
Abonnieren Sie unseren Atradius Newsletter und erhalten Sie kostenlose und brandaktuelle News und Tipps zur Kreditversicherung.