Zahlungsmoralbarometer Deutschland
Sommer 2010

Zusammenfassung
Deutsche Lieferanten warten wieder länger auf ihr Geld. Ihre Rechnungen werden nach durchschnittlich 24 Tagen beglichen. Damit zahlen die inländischen Unternehmen im Durchschnitt fünf Tage nach dem vereinbarten Zahlungsziel von 19 Tagen und damit zwei Tage später als noch im Frühjahr 2010.
Mehr als die Hälfte der Lieferanten aus Deutschland gab an, dass ihre Kunden die Zahlungsverzögerungen im Vorfeld nicht angekündigt hatten. Ein Drittel der befragten Unternehmen wurde um eine Ausdehnung des Zahlungsziels gebeten, jedes fünfte Unternehmen bat den Geschäftspartner um eine höhere Kreditlinie. Die Studienergebnisse weisen auf einen erhöhten Finanzierungsbedarf in den Unternehmen hin 73 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gewähren ihren inländischen Geschäftspartnern Zahlungen auf Ziel. Den internationalen Geschäftspartnern wurden in 61 Prozent der Fälle Zahlungsziele bzw. Lieferantenkredite gewährt. Damit gehört Deutschland im weltweiten Vergleich zu den Ländern, die bei den Zahlungsmodalitäten im Inland am wenigsten auf Barzahlung oder Vorkasse setzen. Die deutschen Lieferanten gehören nach wie vor zu den schnellsten Zahlern.
Auch im internationalen Vergleich wird der Lieferantenkredit bis auf wenige Ausnahmen der Barzahlung vorgezogen. Über die Hälfte aller befragten Unternehmen berichtete, dass Rechnungen ohne vorherige Ankündigung verspätet beglichen wurden. Die meisten Befragten gaben an, dass sie eher den ausländischen Geschäftspartnern eine Zahlung auf Ziel gewähren als den inländischen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es umgekehrt. Dort wird der Lieferantenkredit eher den inländischen Kunden gewährt.
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Zahlungsmoralbarometer sommer 2010
