Interview: „Zahlungsziele einräumen und als Wettbewerbsvorteil nutzen“
Köln/Eschweiler, 10. Juni 2010 – Die Rodriguez GmbH aus Eschweiler ist auf Wachstumskurs. Vor einem Jahr sah das noch anders aus. Der Spezialist für Antriebstechnik musste erhebliche Umsatzeinbußen verkraften. Wenig überraschend. Schließlich stammen viele Kunden des Unternehmens aus krisengeschüttelten Branchen wie dem Maschinenbau und der Fahrzeugindustrie. Doch Rodriguez nutzte die Herausforderung als Chance und behauptete sich gegenüber seinen – teils deutlich größeren – Wettbewer-bern. Ein Schlüssel zum Erfolg: seine Kreditversicherung.
Herr Remmert, was ist Ihr Erfolgsrezept?
Wir sind eindeutig kleiner und flexibler als viele unserer Wettbewerber. Wir konnten schnell und effektiv unsere zu hohen Lagerbestände abbauen. Das hat unsere Liquidität in der Krise geschont. Trotzdem sind wir in der Lage, in kürzester Zeit hohe Qualität zu liefern. Ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil gerade jetzt, wo die Aufträge wieder anziehen und zum Teil schon die ersten Materialengpässe entstehen.
Welche Rolle spielt die Kreditversicherung dabei?
Dass wir unseren Kunden durch die Kreditversicherung Zahlungsziele von bis zu 60 Tagen einräumen können, ist ein weiterer Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Konkurrenten, die zumindest bei Neukunden grundsätzlich Vorkasse verlangen. Nur wenn Atradius nein sagt, liefern wir ausschließlich gegen Vorkasse oder andere Sicherheiten wie Bürgschaften oder Akkreditiv. Mit diesem Grundsatz sind wir bisher gut gefahren. Und die Bedeutung nimmt jetzt im Aufschwung noch zu. Da wir oft die einzigen sind, die in kurzer Zeit liefern können, erhalten wir Aufträge von vielen Unternehmen, die wir nicht kennen. Natürlich freuen wir uns über Neukunden. Wir wollen den Umsatz aber nur machen, wenn er am Ende auch wirklich verbucht werden kann.
Bei Atradius sind Sie auch als Abnehmer gelistet. Sie legen selbst sehr viel Wert auf Transparenz gegenüber Ihren Gläubigern. Zahlt sich der Aufwand aus?
Ja, ganz klar. Aus meiner Vergangenheit als Unternehmensberater weiß ich, dass es entscheidend auf eine offene Kommunikation ankommt - besonders, wenn es mal nicht so rund läuft. Auch wir haben schon aktuelle Daten aus 2010 an Atradius übermittelt und erwarten das Gleiche von unseren Geschäftspartnern.
Was macht Sie so sicher, dass sich der Wachstumskurs für Sie weiter fortsetzt? Schließlich sind die Prognosen auch im Zuge der Eurokrise nicht ausnahmslos positiv.
Entscheidend ist für uns nicht, wie stark wir wachsen, sondern dass wir profitable Ge-schäfte machen. Die Konjunktur können wir nicht beeinflussen, aber von der Qualität unseres Produkt- und Serviceangebots sind wir überzeugt. Und Atradius hilft uns, dafür auch gutes Geld zu bekommen.
Was würden Sie sich noch von Ihrem Kreditversicherer wünschen?
Für die schnellen Abläufe in unserem Unternehmen sind aktuelle Informationen sehr wichtig. Ich würde mir wünschen, dass generell für mehr Transparenz geworben wird. Unternehmen sollten wissen, dass die Informationsübermittlung an Kreditversicherer eine sinnvolle Bringschuld für die Festigung von Geschäftsbeziehungen ist, und zu einem normalen Procedere gehört.
Herr Remmert, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Über Atradius
Die Atradius-Gruppe bietet weltweit Kreditversicherung, Bürgschaften und Inkasso-Dienste an und ist in 42 Ländern vertreten. Mit Gesamteinnahmen von 1,7 Milliarden Euro und einem weltweiten Marktanteil von 31 % unterstützt die Atradius-Gruppe Unternehmen auf der ganzen Welt bei ihrem Wachstum, indem sie sie vor Zahlungsrisiken aus Verkäufen von Waren und Dienstleistungen auf Ziel schützt. Atradius hat mit 160 Büros Zugang zu Bonitätsinformationen über 52 Millionen Unternehmen weltweit und trifft täglich mehr als 22.000 Kreditlimitentscheidungen.
Für weitere Informationen:
Andrea Köhnen
Tel.: +49 221 2044 1145
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